Buch-Mittwoch: Thomas Harms – Keine Angst vor Babytränen

Es ist eines der Bücher, dass mich 2019 am meisten beeindruckt hat und das für mich eine absolut wertvolle Entdeckung ist. Thomas Harms schreibt in „Keine Angst vor Babytränen“ über das Weinen unserer Babys und darüber, wie es uns gelingen kann dieses liebevoll und achtsam zu begleiten. Es richtet sich dabei nicht nur an Eltern von Babys, die viel weinen, sondern an alle Eltern. Ich gehe davon aus, dass es für viele ein Augenöffner ist.

Teil 1 – Grundlagen des Babyschreiens

Im ersten Teil des Buches klärt Thomas Harms, warum Babys weinen und aus welchen Gründen sie weinen. Viel zu oft nehmen wir Eltern an, dass unsere Kinder vor allem oder sogar nur dann weinen, wenn eines ihrer Bedürfnisse durch uns Eltern nicht erfüllt wurde. Das dem nicht so ist zeigt Thomas Harms auf und führt drei Kategorien bzw. Formen des Babyweinens ein.

Er erklärt, dass Babys nicht nur weinen, weil Bedürfnisse nicht erfüllt sind, sondern auch weil sie Traumata erlebt haben und diese verarbeiten oder weil sie uns und unsere Gefühle spiegeln. Das zu lesen und sich bewusst zu machen, kann für uns Eltern sehr aufwühlend sein. Denn schnell stellen wir uns die Frage, was wir falsch gemacht haben, dass unser Baby so weinen muss. Genau damit beschäftigt sich der zweite Teil des Buches.

Teil 2 – Eltern in der Krise

Thomas Harms setzt sich in dem Buch sehr stark mit den Eltern und ihren Gefühlen auseinander. Er beschreibt, wie Eltern sich fühlen, wenn ihr Baby viel weint und wie sie oft reagieren, um vermeintlich die Lage zu verbessern. Dies tut er ohne anzuklagen, sondern viel mehr mit Verständnis. Denn die Eltern stehen mit dem Rücken zu Wand, sind verzweifelt und erschöpft.

Doch um zu helfen, müssen Eltern erkennen, dass ihre bisherige Strategie nicht immer die Beste ist. Thomas Harms erklärt, was passiert, wenn wir unsere Babys von ihrem dringend benötigten weinen ablenken. Er zeigt auf, dass die Folgeschäden viel gravierender sind und den kurzen Moment der Ruhe nicht wert.

Auch wenn dieser Abschnitt des Buches harte Kost ist und viele Eltern sich sicherlich Vorwürfe machen, weil sie genau diese Vermeidungsstrategien gewählt haben, ist er sehr wertvoll. Es ist (fast) nie zu spät, einen neuen Weg zu gehen.

Teil 3 – Praxis des betreuten Babyweinens

Im dritten Teil des Buches führt Thomas Harms auf, wie das Weinen unserer Babys durch uns begleitet werden kann. Er stellt die einzelnen Phasen des Babyweinens dar und erklärt genau, was in ihnen passiert und wie sie unserem Baby helfen können Erlebtes zu verarbeiten.

Außerdem erklärt er sehr detailliert die Methode, die er entwickelt hat und die in der Emotionellen Ersten Hilfe eingesetzt wird. Er ermuntert Eltern diesen Ansatz zu probieren, macht jedoch auch darauf aufmerksam, dass es in Ordnung ist, wenn Eltern es nicht alleine hinbekommen oder nicht möchten. Denn ein Baby in seinem Frust, seiner Wut, seiner Trauer oder gar Angst zu begleiten, ist für uns Eltern auch ein harter und steiniger Weg. Es kostet uns viel Kraft, aber es lohnt sich.

Doch wir müssen diesen Weg nicht alleine gehen, Thomas Harms zeigt auf, wo Eltern Hilfe bekommen können und wie eine mögliche Therapie aussehen kann.

Hilfe zur Selbsthilfe

Auch wenn wir uns nicht zutrauen die beschriebene Methode anzuwenden, ist dieses Buch eine große Hilfe zur Selbsthilfe. Denn wir lernen unser Baby besser kennen. Wir erkennen, dass wir nicht alles menschenmögliche machen müssen, um es zu beruhigen.

Viele Eltern hilft es, wenn sie hören, dass es völlig in Ordnung ist, wenn das Baby weint. Dass das sie nicht zu schlechten Eltern macht. Und genau das tut das Buch. Es bestärkt, es gibt Mut und es zeigt Wege aus der Kriese. Ein absolutes Muss für alle Eltern mit Schreibabys, aber auch sehr lesenswert für alle anderen Eltern.

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