Beziehung statt Erziehung – Die Ja-Umgebung

Wir haben zu dem Versuch aufgerufen, weniger oft „Nein“ zu unseren Kinder zu sagen. Vielleicht geht es euch so wie vielen, die täglichen „Neins“ fallen nicht an der Ampel, an der viel befahrenen Straße, vor dem Zaun mit dem großen Hund oder in der Porzellanabteilung bei Kaufhof.

Die meisten „Neins“ fallen wahrscheinlich zu Hause. Wegen dem Mülleimer, der Zahnpastatube, der Blumenerde, dem Haustier, der Treppe, dem Kühlschrank, dem Fernseher, usw.

Mit einer Ja-Umgebung möchten wir ein zu Hause für die Familie anregen, in der wir die „Neins“ reduzieren, indem wir die Umgebung anpassen.

Steckdosensicherungen kennt jeder, ich halte sie auch bei kleinen Kindern für absolut sinnvoll. Auch kann man in Schränken alles gefährliche, zerbrechliche oder wertvolle nach oben räumen, um es in Sicherheit zu bringen. Es spricht nichts dagegen, in der Küche eine Kinderschublade einzurichten, in der Plastikschüsseln, Holzlöffel oder kleine Töpfe sind, mit denen die Kinder arbeiten können, wenn die Eltern in der Küche sind.

Blumentöpfe kann man z.B. mit übergezogenen Strumpfhosen sichern oder mit Abdeckungen, die man im Baumarkt kaufen kann. Treppensicherungen sind in fast allen Formaten erhältlich und meistens leicht zu installieren. Wenn sich nicht alles wichtige in höhere Schränke verstauen lässt, gibt es verschiedene Formen der Türsicherungen. Ich finde es aber wichtig, den Kindern auch einen Freiraum zu lassen, eine Schublade in ihrem Kleiderschrank auch mal ausräumen zu dürfen und die Dinge darin zu entdecken.

Mit Haustieren wie Katzen oder Hunden bietet es sich an, mit Schutzgittern einen Raum oder einen anderen Bereich abzugrenzen, in den sich die Tiere zurück ziehen können um eine Pause von den Kindern zu haben.

Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, Unfälle zu vermeiden, hier muss jede Familie ihren Weg finden. Es entspannt den Alltag aber ungemein, eine Umgebung zu schaffen, in der man das Kind auch mal 2 Minuten aus den Augen lassen kann, ohne gleich mit dem Schlimmsten rechnen zu müssen. Die Schaffung eines solchen Bereichs kann auch schrittweise geschehen, indem man nach und nach die größten Konfliktpunkte entschärft.

Kritiker mögen sagen, dass sie nicht am Ende in einer leeren Wohnung sitzen möchten und dass das Kind auch mal gehorchen solle. Kinder unter 4 Jahren können sich noch nicht in andere hinein versetzen und verstehen nicht, warum wir es nicht gut finden, wenn sie die chinesische Vase mal genauer untersuchen, die ist nämlich wirklich sehr spannend. Wenn wir tagtäglich gegen den natürlichen und sehr ausgeprägten Entdeckerdrang unsere Kinder kämpfen, kostet es uns enorm viel Energie und nimmt den Kindern ein Stück Freude an der Welt.

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