Unerzogen: Wie wir Aufstehen

Unser Tag beginnt im Familienbett. Unser Sohn hat mehr oder weniger gut geschlafen, war mehr oder weniger oft wach, hat mehr oder weniger oft gestillt.

Er darf AUSSCHLAFEN. In der Planung unserer Tagesabläufe war es mir sehr wichtig, die Möglichkeit zu haben, unser Kind ausschlafen zu lassen. 4 Tage in der Woche bin ich zu Hause und er kann so lange schlafen, wie er möchte. Meine 3 Arbeitstage beginnen unterschiedlich spät, zum Glück habe ich einen flexiblen Arbeitgeber  und mein Mann kann unser Kind in der Betreuung abholen.

Einzige Ausnahme ist der Kita-Tag, an dem wir pünktlich bei der Tagesmutter sein müssen.

Für mich selbst stand der Punkt „Ausschlafen“ sehr bald nach der Geburt ganz oben auf der Prioritätenliste und aus diesem Grund priorisiere ich das auch für mein Kind. Wir bringen ihn abends ins Bett, wenn er müde ist und er darf morgens schlafen bis er ausgeschlafen ist.

Unser Morgen daheim besteht aus Waschen, Zähne putzen, Umziehen und Frühstücken für alle Anwesenden.

Manchmal stürzt der Sohn hungrig aus dem Bett und steht jammernd vor dem Esstisch. Dann gibt es erst mal Frühstück. Wenn er noch nicht ganz wach ist, fangen wir im Bad an. Auch hier gibt es bei uns Flexibilität. Ich zerre abends kein hundemüdes Kind nach einem anstrengenden Tag unter die Dusche. Dann geht es eben dreckig und ohne Zähne putzen ins Bett (ja, Sie dürfen entsetzt sein wenn Sie möchten). Falls das Kind also morgens eher dreckig ist, wird es geduscht, Zähne putzt er selbst und ich putze nach, wenn er einverstanden ist.

Das klingt nach gammeligen Zähnen, in der Praxis ist es aber so, dass wir an 6 von 7 Tagen 2x Zähne putzen und das ohne Weinen, Stress oder sonstige Dramen. Wenn eben gerade Zähnchen wachsen und es weh tut lassen wir es. Wir putzen unsere Zähne während der gemeinsamen Bad-Zeit und sind uns sicher, dass das Vorbild ausschlaggebend ist.

Anziehen ist der letzte Punkt der morgendlichen To-do Liste. Als BLW-Mama lasse ich mein Kind nackig frühstücken, sofern die Temperaturen das zulassen und der Sohn spielt nach dem Frühstück auch gern nackig weiter.

Wenn wir los müssen ziehe ich ihn an und er signalisiert, wann es ihm genug Kleidung ist. Er bekommt mindestens eine Windel an, jetzt im Sommer zur Tagesmutter einen Body oder eine kurze Hose. Damit ist er in der Regel einverstanden, der Rest ist optional. Wenn es kälter ist lässt er sich auch Hose und Pullover anziehen. Im Tagesverlauf gibt er Bescheid, wenn ihm kalt ist oder er etwas ausziehen möchte.

Wir brauchen an manchen Tagen 30 Min bis wir ausgehfertig sind, an anderen weit über eine Stunde. Ich lasse meinem Sohn sein Tempo, weil ich nichts schlimmer finde als einen stressigen Start in den Tag.


melanie

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