Windelfrei und Betreuung – Unsere Erfahrung

Windelfrei und Betreuung, kann das funktionieren? Ja, kann es, wenn sich die betreuenden Personen auf das abhalten oder das Anbieten des Töpfchens einlassen.

Zuhause klappt es

Viele machen die Erfahrung, dass windelfrei in einem gewohnten Umfeld sehr gut funktioniert. Bei uns war das ähnlich. Die Tochter habe ich nur nach dem Schlafen und nach dem Stillen bzw. nach dem Essen abgehalten. Irgendwann begann sie anzuzeigen, wenn sie groß aufs Klo musste. Alles andere ging in die Windel, die sie immer trug. Den Sohn hatte ich in den ersten Lebenswochen fast komplett windelfrei. Unterwegs trug er eine Windel und immer häufiger machte er dort auch rein, denn ich erkannte oft seine Signale nicht.

Auch bei ihm entwickelte es sich irgendwann so, dass er dauerhaft eine Windel an hatte und heute auch noch hat. Er zeigt aber auch an, wenn er groß muss und hält oft auch das kleine Geschäft zurück und erledigt dann alles auf einmal.

Wir sind und waren bei beiden Kindern mit ihren individuellen Zeichen vertraut und die Kinder wissen hier daheim wo sie Möglichkeiten haben, also wo das Töpfchen steht oder wo die Toilette ist. Das ist unterwegs nicht immer gegeben.

Sprich es einfach an

Bei der Tochter hat mein Mann die Eingewöhnung gemacht. Er war zu Beginn gegen windelfrei, hielt mich für völlig durchgeknallt und war überzeugt, dass das nie funktionieren würde. Zum Zeitpunkt der Eingewöhnung wusste er, dass es klappt und erzählte das auch gerne all seinen Freunden und Bekannten. Nur in der Kita traute er sich nicht, dies anzusprechen.

Berechtigterweise hatte er Bedenken, dass das den Erziehern einfach zu viel sein könnte. Doch ich ermutigte ihn es anzusprechen und so tat er das auch irgendwann. Und unsere wundervollen Erzieher baten uns nur, der Tochter Windelhöschen anzuziehen, damit sie ihr besser und schneller beim Klogang helfen könnten. Auf ihr Zeichen zu achten, das bei ihr auch sehr deutlich war, war gar kein Problem.

Da sie es schon von der Tochter kannten, erwarteten sie beim Sohn, dass auch er das große Geschäft in die Toilette machen würde. Und so sprachen wir über Signale und Gewohnheiten (er hat so seinen Rhythmus) und darüber, was er braucht um entspannt zur Toilette zu gehen. Wir fanden während der Eingewöhnung heraus, dass er furchtbare Angst vor der Minitoilette hatte und so wurde ein Töpfchen bereit gestellt.

Es kann und muss nicht immer überall so sein wie bei uns, doch es lohnt sich windelfrei anzusprechen und nachzufragen, welche Möglichkeiten bestehen und wie es auch im Betreuungsumfeld ermöglicht werden kann.

„Ich hab ihn dann halt mal da drüber gehalten“

Diesen Satz sagte mein Vater, als ich ihn im ersten Sommer mit dem Sohn im Schwimmbad für eine Weile mit ihm allein lies um mit der Tochter baden zu gehen. Es war nichts gekommen, doch das war völlig in Ordnung.

Oft passiert es, dass unser Umfeld das abhalten erstmal für eine Verrücktheit hält und nicht mitmachen will. Ich denke, meinen Schwiegereltern ging es ähnlich. Mittlerweile sind sie da aber voll dabei und erkennen oft auch, wann der Sohn aufs Klo muss.

Es ist aber auch völlig in Ordnung, wenn andere Menschen das nicht machen möchten. Für mich war es nie einfach die Signale meiner Kinder zu erkennen. Hat man mit windelfrei nichts am Hut ist es noch schwerer dies überhaupt zu erkennen. Wir können es unseren Verwandten und Bekannten erklären. Wir können sie ausprobieren lassen. Aber wir dürfen nicht erwarten, dass sie es mit dem gleichen Einsatz und der gleichen Motivation tun wie wir.

Ein Gedanke zu “Windelfrei und Betreuung – Unsere Erfahrung

  1. Super Beitrag! Windelfrei muss nicht zwanghaft umgesetzt werden. Auf die Signale des Kindes achten, ist super. Und wenn halt gerade alles drunter und drüber geht und das Essen anbrennt, das Telefon klingelt, der Hund bellt — Tja, dann geht’s halt in die Windel.
    Unsere Kita hat auch total gut reagiert. „Okay, keine Latzhosen, das dauert dann zu lange beim Ausziehen“. Kein Problem, es musste nur angesprochen werden.

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