Unsere Erfahrung mit Windelfrei – Unser Weg der Ausscheidungskommunikation oder das Kind bekommt ein Baby

Als ich das erste Mal von windelfrei hörte war ich mehr als skeptisch. Das war auch lange bevor ich selbst Mutter wurde und verstand, wie so ein kleiner Mensch tickt. Bis zur Geburt machte ich mir darüber gar keine Gedanken, hatte mich lediglich mit dem Thema Stoffwindeln auseinandergesetzt und natürlich Wegwerfwindeln für den Start besorgt. Außerdem hatte ich einen Mann daheim, der mir ganz klar sagte: „Bei dem Sch… mach ich nicht mit!“

Die Tochter kam auf die Welt und schrie. Ich erkannte noch nicht mal, wann das arme Wesen Hunger hatte, wie sollte ich dann in aller Welt erkennen wann das Kind mal pieseln muss. Also wechselte ich Kackiwindeln und war dankbar, dass die Windeln mittlerweile so saugstark waren.

Als die Tochter gute 12 Wochen alt war und immer noch nicht aufgehört hatte zu schreien, beschloss ich es doch zu probieren. Warum, weiß ich gar nicht mehr so genau. Ich machte sie einfach vor dem Stillen unten rum nackig und hielt ihr eine Tupperbox unter den Po. Der erste Zufallstreffer lies nicht lange auf sich warten. Nach dem stillen setzte ich mich einfach mit ihr auf die Toilette, so als wollte ich selbst gehen, nur eben mit Kind zwischen den Beinen.

Mit Einführung der Beikost fing sie plötzlich an erstmal nur zu drücken und rot anzulaufen, ihr Zeichen zu sagen, dass sie mal groß müsse. Der Mann war immer noch skeptisch, sprang jetzt aber doch das eine oder andere Mal beim gemeinsamen Essen auf um mit einem Kind ins Bad zu rennen, dass ganz klar sagte was Sache ist. In der Zeit ging noch oft etwas in die Windel, aber das war ok. Es muss auch ungefähr die Zeit gewesen sein, in der wir sie immer wieder fragten, ob sie mal „Pipi“ müsse.

Aufs Klo gehen klappte immer besser und wurde zu einem festen Bestandteil im Tagesablauf. Nach dem aufwachen und vorm schlafen gehen saß die Tochter auf dem Klo. Und das teilweise sehr lange, ganz gemütlich mit einem Buch. Auch heute kann sie stundenlang auf dem Klo oder Töpfchen sitzen und lesen, oft nimmt sie sich eine Decke mit um es noch gemütlicher zu haben.

Mit dem laufen verlor sich das ganze wieder, ganz typisch war plötzlich keine Zeit mehr dafür. Und sie war ungefähr zu der Zeit in den Kindergarten gekommen, denen hatten wir zwar gesagt, dass wir sie abhalten und aufs Klo setzen, aber wir hatten nie deutlich über Signale gesprochen.

Nach einer Weile wurde aber deutlich, dass sie das große Geschäft nicht in der Windel haben mochte und sie so begann einzuhalten. Daheim signalisierte sie uns durch auf den Schritt hauen oder zeigen, dass sie mal musste. Also erklärten wir das den Erziehern im Kindergarten. Von dem Tag an trug die Tochter Höschenwindeln, bekam dort das Angebot auf Toilette zu gehen wenn gewickelt wurde und wandte auch da ihr Zeichen an. Klappte wunderbar.

Und dann kam die Sprache und damit ihr Wort für das was passiert. Das Kind sagt „Pipi“ wenn es groß muss. Und weil sich das bei ihr oft wie „Baby“ anhört, sind wir oft verwirrt, warum sie uns jetzt etwas vom Baby erzählt. Aber sie bleibt hartnäckig und wiederholt stur das Wort bis die begriffsstutzigen Eltern es auch begriffen haben.

Und wie ist das jetzt mit dem Pipi? Das geht nach wie vor zu großen Teilen in die Windel. Manchmal kommt es beim großen Geschäft mit. Und dann gibt es Tage da hält sie auch plötzlich Pipi ein, kann das aber nicht sagen und wird irgendwann sehr unruhig. Wir probieren jetzt hin und wieder mal sie ohne Windel zu lassen, weil sie das oft auch gerne möchte. Es klappt ganz gut, wenn wir sie bitten ab und an mal zu schauen, ob denn Pipi oder Kaka kommt. Ein paar Mal stand sie auch schon mit halb runtergezogener aber nasser Hose da und einige Male auch einfach plötzlich mit einer nassen Hose. Ich finde das völlig ok, sie lernt sich grade wieder neu kennen und entdeckt, dass auch das Pipi woanders als in die Windel kann.

Rückblickend bin ich erstaunt, wie gut es geklappt hat. Und wie klar sie das kommuniziert. Es ist definitiv eine Erleichterung, auch wenn ich manchmal leicht genervt bin, dass das Kind auch nach einer halben Stunde noch immer nicht vom Klo runter mag.

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