Buch-Mittwoch: Nicola Schmidt – Erziehen ohne Schimpfen

Wäre es nicht ein Traum, wenn wir es schaffen könnten unsere Kinder groß zu ziehen ohne zu schimpfen? Wenn wir alle in Ruhe und Frieden miteinander leben könnten? Wenn es uns gelingen würde den Stress unseres Alltags zu akzeptieren oder gar aufzulösen und mit mehr Zeit miteinander zu leben?

„Erziehen ohne Schimpfen“ von Nicola Schmidt kann uns dabei helfen genau das zu erreichen. Dieses Buch, so verspricht es auch der Untertitel, hält „Alltagsstrategien für eine artgerechte Erziehung“ bereit.

Wo stehe ich

Auch wenn das erste Kapitel doch nur wenig Seiten umfasst, ist es eines der wichtigsten. Denn es hilft dem Leser klar zu werden, wo er oder sie gerade steht. Wie er oder sie sich im Bezug auf die Kinder oder Enkelkinder fühlt und welche Punkte es gibt, die verändert werden müssen.

Um herauszufinden wo wir stehen, können die Tests im ersten Kapitel durchgeführt werden und eine kurze, schriftliche Aufgabe erledigt werden. Meiner Meinung nach ein sehr gelungener Einstieg in das Buch, denn so kann jeder individuell schauen, welche Teile besonders wichtig sind und an welchen Baustellen besonders intensiv gearbeitet werden muss.

Stress und die Peinlichkeit des Schimpfens

Es lässt sich kaum noch vermeiden, dass Eltern Stress haben. Sie haben ein oder mehrere Kinder, arbeiten vielleicht, haben einen Haushalt, die Kinder haben Hobbies und Termine und soziale Verpflichtungen bestehen auch oft noch. Dazu kommt, dass sich viele Eltern nach einem eigenen Hobby sehnen und die Zeit dafür auch noch irgendwie abzweigen. Oft bewältigen sie all dies, ohne Hilfe von außen.

Nicola zeigt auf, was Stress mit uns macht und warum wir so schnell ausweichen. Dabei erklärt sie wissenschaftliches für jeden gut verständlich. Manch einer wird sich nach der Lektüre dieses Kapitels mehr mögen, wenn er oder sie versteht, dass es eben einfach oft unser Gehirn ist, dass dort völlig auf Autopilot umschaltet.

Doch selbst wenn Eltern wissen, dass sie ausrasten, weil sie zu viel alleine bewältigen müssen, schämen sie sich dafür. Andere bekommen es scheinbar mühelos hin. Doch es lohnt sich genauer hinzusehen und nachzuforschen, wie artgerecht das eigene Familienleben ist.

Wie Entlastung finden?

Doch wie können Eltern es schaffen Entlastung zu finden? Hierzu gibt es einige Anregungen im Buch, die ich als sehr hilfreich empfinde. Manche davon sind so simpel, dass wir uns vielleicht vor den Kopf schlagen und uns fragen, warum wir das nicht schon immer so machen.

Für mich einer der wichtigsten Sätze aus dem Buch: „Zeit verlieren um Zeit zu gewinnen“. So einfach, so effektiv. Tatsächlich hat er mir in so manchen Situationen in der letzten Woche schon sehr geholfen.

Doch was hilft es, wenn Eltern wissen was sie stresst und wie sie achtsam mit sich und dem Stress umgehen können, wenn sie trotzdem alleine dastehen? Nichts. Und deswegen gibt es ein ganzes Kapitel zur Entlastung im Alltag mit vielen Anregungen, wie es einfacher werden kann.

Spiele und Regeln

Doch wie ist das nun mit Regeln? Und wie kommt man gut miteinander aus, wenn man in einer scheinbar auswegslosen Situation steckt? Auch hier bietet das Buch tolle Anregungen, die helfen könnnen verzwickte Situationen aufzulösen.

Spielen finden viele Erwachsene doof, ich zähle selbst dazu. Doch es gibt Dinge, die mache ich auch sehr gerne, maßlos übertreiben und dabei richtig ironisch werden. Und genau das kann helfen eine Situation zu entschärfen. Doch es gibt noch so viele andere Möglichkeiten, Nicola hat im Buch viele Beispiele aus ihrem Alltag mit ihren zwei Kindern aufgelistet, die eine gute Anregung geben.

Und die Regeln? Die kann und darf es laut Nicola geben, denn auch diese können festgelegt und durchgesetzt werden, ohne dass Eltern schimpfen müssen. Wie das gelingen kann und wie Kinder mit einbezogen werden kann, wird in einem eigenen Kapitel erklärt.

Die 21-Tage-Challenge

21 Tage ohne Schimpfen, ist das machbar? Mit Sicherheit, wenn Eltern einige Dinge beachten und schauen, wie sie das Ziel gut erreichen können. Die Challenge am Ende des Buches regt Eltern dazu an das gelesene tatsächlich in die Tat umzusetzen. Dabei muss nicht am nächsten Tag begonnen werden, denn es kann genauso gut sein, dass Vorbereitungen nötig sind oder einige Dinge vorab geklärt oder grundlegend geändert werden müssen.

Doch es ist eine gute Gelegenheit achtsam mit sich selbst und der Familie umzugehen. Sich neue Ziele zu setzen und als Familie zu schauen, was gut ist und was verändert werden darf.

Mein Fazit

Ich kann es nicht leugnen, ich bin ein Fan von Nicolas Büchern. Auch dieses Buch hat mich begeistert, denn es trägt wieder so viel wissenswertes und Informationen zusammen. Dabei ist es gut verständlich geschrieben und durch persönliche Anekdoten lebendig.

Auch hier ist es ähnlich wie bei „Mama nicht schreien“, dass ich nicht den Aha-Effekt hatte. Doch es waren viele Punkte im Buch, die mich sehr angesprochen haben und die es wert waren wieder mehr in den Fokus zu rücken.

Ich werde das Buch mit Sicherheit nicht einfach ins Regal stellen, denn es ist ein Buch, dass immer wieder zur Hand genommen werden kann. Es gibt so viele Anregungen und Ideen, dass diese beim ersten Lesen gar nicht alle erfasst und verarbeitet werden können.

Auf jeden Fall ist es ein Buch, dass Eltern lesen sollten. Vor allem dann, wenn sie das Gefühl haben, dass ihnen vor Stress alles aus dem Ruder läuft.

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