„Die Mutter muss sich nur entspannen, dann beruhigt sich auch das Kind“ – (Un)mögliche Ratschläge für Eltern und was dagegen hilft

Ein kleiner Mensch kommt zur Welt und sofort steht das Umfeld bereit, besucht, begutachtet, bewertet und kommentiert das Verhalten des Neuankömmlinge. Auch später hören Eltern immer wieder die gleichen verletzenden Bemerkungen über ihre Kinder, häufig unreflektiert, fast reflexartig.

Warum diese Ratschläge unfair sind, wie ihr Eltern wirklich helfen könnt und gute Antworten auf diese oft gehörten Tipps lest ihr heute hier.

So manchen Ratschlag, der mir als Mutter gegeben wurde, habe ich in dem Moment als er ausgesprochen wurde überhört oder gleich wieder vergessen. Aber diese Mischung aus Empfehlung, Verantwortlich machen der Mutter und der Unterstellung, es könnte so einfach sein bringt meinen Blutdruck immer wieder in die rote Zone.

Grundsätzlich ist es ja schon nicht leicht, sich auf Knopfdruck zu entspannen, erst recht, wenn es verlangt wird. Wenn man viele, viele Tage und Nächte mit einem unruhigen, weinenden, schreienden Baby verbracht hat, ist das quasi unmöglich.

Wenn man aus diesem Umstand dann eine Schuldzuweisung macht, ist es das Letzte, was frischgebackene Eltern und ihre empfindsamen Gemüter brauchen.

Die Unruhe bringt das Baby einfach mit, es gibt 1000 Gründe. Manche Kinder sind besonders offen für Reize und mit einem ganz normalen Tagesablauf überfordert. Es gibt Kinder, die durch ihre Geburt, einen frühen Krankenhausaufenthalt getrennt von den Eltern oder andere schwierige Umstände viel Nähe brauchen.

Alles das hat nichts mit einer gestressten Mutter zu tun. Die gestresste Mutter entsteht, wenn sie ein unruhiges, anstrengendes Baby lange allein versorgen muss und zu wenig Unterstützung hat.

Als Antwort auf eine solche Unterstellung kann man nach Herzenslust Unterstützung einfordern.

Von:

  • Du kannst mir gern mal einen Kuchen vorbei bringen
  • Hol mir doch bitte noch einen Tee

Über:

  • Halte mal bitte das Baby, ich gehe 20 Min ins Bad
  • Du kannst gern eine Runde mit ihr/ihm spazieren gehen

Bis zu:

  • Hier ist der Einkaufszettel, das Altglas kannst du gleich mitnehmen, die Spülmaschine muss ausgeräumt werden und wenn es dich nicht stört liegt auch noch die Wäsche der letzten 2 Wochen im Waschraum, das Programm „Mischwäsche“ geht bestimmt, nimm nur die Wollbodies bitte raus und ach ja, im Gästebad ist kein Toilettenpapier mehr und das Bett könnte frisch bezogen werden.

ist alles erlaubt.

unsere Babys haben ein angeborenes Bedürfnis sich sicher und geborgen zu fühlen, fordern das vehement ein und das dürfen sie auch. Dafür sind meist Mama und Papa die Hauptverantwortlichen. Das ist ein harter Job und je bedürftiger das Baby ist, desto härter ist der Job. Das hat nichts damit zu tun, dass die Eltern irgendetwas anders machen sollten, dass es dem Kind gut geht und auch nicht damit , dass Lena-Sophie immer ganz ruhig im Kinderwagen geschlafen hat.

Jedes Baby ist anders und deshalb sind alle Tipps, die mit der Veränderung vom Verhalten des Babys zusammen hängen meist Blödsinn aber auch sehr verletztend.

Gute Tipps sind solche, die das Leben sofort einfacher machen, wie z.B., dass man Bodies mit amerikanischem Ausschnitt auch nach unten ausziehen kann, falls windelfrei und Ausscheidungskommunikation versagt haben – super Tipp, hilft sofort, tut nicht weh.

Kuchen mitbringen ist auch immer gut.

Und zuhören – einfach zuhören, nix sagen, einfach die Mama sich alles von der Seele reden lassen und verständnisvoll nicken. Dann klappts auch mit der Mama-Freundschaft.

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