Buch-Mittwoch: Michel Odent – Geburt und Stillen

Michel Odent, übrigens ein Schüler von Leboyer, ist einer der Vorreiter, wenn es um eine sanfte und vor allem ruhige Geburt geht. Er steht für eine Geburt ohne Interventionen und sagt sehr deutlich, dass die vielen Eingriffe im Geburtsverlauf eine Geburt negativ beeinflussen können. Gerade die Privatsphäre der Gebärenden ist für ihn sehr wichtig und der Schritt zurück zum Vertrauen in die Fähigkeiten der Frau und der Natur.

In seinem Buch „Geburt und Stillen“ geht er genau auf dieses Thema ein. Er beschreibt viel über den Alltag, den er in seiner Geburtsklinik in Pithiviers erleben durfte. Dort hat er so einige Dinge ausprobiert, die zur Entspannung der Frauen beigetragen haben. Unter anderem stellte er ein Planschbecken auf, in dem sich die Gebärenden in warmen Wasser entspannen könnten. Heute gibt es, dank ihm, in vielen Geburtshäusern und -kliniken Geburtswannen und auch für Zuhause können Geburtspools ausgeliehen werden.

Odent ist es wichtig zu sagen, dass die Frau während der Geburt ihren Raum benötigt. Er tut sich schwer ein passendes Wort zu finden und wähl schlussendlich das englische Wort „privacy“, das seiner Meinung nach am Besten die Art von Privatheit beschreibt, die die Frau benötigt.

Er träumt in seinem Buch von einer post-elektronischen Ära in der Geburtshilfe und beschreibt auch, welche Auswirkungen und welchen Einfluss die ganze Elektronik auf die Gebärenden haben. Leider ist vieles, was er beschreibt auch heute noch fern.

Des weiteren schreibt er in dem Buch über den „Fötus-Ausscheide-Reflex“ (sehr interessant) und erinnert uns daran, woher wir kommen, von wem wir abstammen und wie unser Gehirn funktioniert.

Auch dem Stillen ist ein Teil des Buches gewidmet, den ich ebenfalls sehr wichtig finde, der mich aber nicht so nachhaltig beeindruckt hat wie der über die Geburt. Alles in allem enthält das Buch sehr interessante Aspekte und Tatsachen, die gerade mir in meiner Arbeit als artgerecht-Coach weiterhelfen und die dringend unter den Schwangeren verbreitet werden müssen. Denn Geburt ist natürlich und muss nicht technisiert werden.

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