4. Advent – Hilfe bekommen und danach fragen

Fast jede Mutter und jeder Vater kann von mindestens einer Situation berichten, in der er oder sie sich über die Hilfe der Menschen um sich herum gefreut hätte. Wie oft kommt es doch vor, dass wir alleine in einer großen Menge von Menschen sind, oft werden wir noch mit Blicken bedacht, die uns verurteilen oder wütend werden lassen.Doch dann gibt es wiederum die Menschen, die ungefragt Hilfe anbieten, die einfach da sind, die uns ein offenes Ohr oder eine helfende Hand schenken und die damit den Tag oder die Situation für uns leichter, schöner oder einfach nur erträglicher machen.

Wir Eltern wissen, sind die Kinder müde oder hungrig, oder sogar beides auf einmal, dann wird es für alle herausfordernder. Es gelingt uns nicht immer in solchen Momenten für das Kind so da zu sein, dass es sich hinreichend begleitet fühlt. Und so passiert es, dass wir mit einem weinenden Kind, oder sogar mehreren, dastehen. Gerade in der Öffentlichkeit ist uns solch eine Situation schnell peinlich, wirkt es doch so als hätten wir die Situation nicht im Griff (haben wir ja auch nicht) und als hätten wir als Eltern komplett versagt (haben wir nicht). Treffen uns dann noch verurteilende Blicke oder wenden sich die umstehenden Menschen ab, ist es gleich nochmal schwieriger mit der Situation umzugehen. Wie sehr wünschen wir uns dann eine helfende Hand, einen verständnisvollen Blick oder nette Worte.

Auch mir ging es kürzlich so. Doch ich war nicht allein, sondern habe Hilfe erfahren dürfen. Wir waren auf einer Veranstaltung des Kindergartens. Die Tochter war müde vom Tag, der Sohn sowieso. Beide Kinder hatten Hunger, der Mann hatte einen Helferdienst übernommen und konnte mir nicht zur Hand gehen. Und so stand ich dort mit zwei weinenden Kindern, einem großen, dass nicht verstand, dass wir uns nicht an der Essensausgabe vordrängeln dürfen und einem kleinen, dass gerne so lange stillen wollte, bis es wieder zur Ruhe kommen konnte. Doch ich blieb nicht alleine, sondern bekam ungefragt Hilfe durch eine andere Mutter. Sie nahm mir den Sohn ab, damit ich die Tochter trösten und mit essen versorgen konnte. Sie redete so lieb mit ihm, dass es für mich ein leichtes war, das völlig aufgelöste große Kind zu beruhigen. Während ich den Kleinen stillte, eilte sie uns ein zweites Mal zur Hilfe, als der Kakao verschüttet ging. Es war so eine kleine Geste, aber so eine große Hilfe. Ich war nicht allein inmitten der Menschen, ich konnte gut für meine Kinder sorgen.


Hilfe anbieten

Es fällt uns schwer, anderen Hilfe anzubieten, denn wir sind es gewohnt alles alleine zu können und auch hinzubekommen. Ist dies nicht der Fall, so haben wir versagt. Dieses Gefühl möchten wir ungern bei unserem Gegenüber auslösen. Hinzu kommt, dass ein Hilfsangebot auch ausgeschlagen werden kann oder falsch verstanden werden kann. Damit umzugehen fällt uns oft auch nicht leicht.

Trotzdem möchte ich dazu ermutigen genau das zu tun. Bietet eure Hilfe an, wenn ihr das Gefühl habt, dass eine andere Mutter oder ein anderer Vater sie gerade gebrauchen könnte. Lächelt sie aufmunternd an oder sagt ein paar nette Worte. Und wenn ihr euch nicht sicher seid, wie ihr helfen könnt, dann formuliert genau das. Oft ist es schon eine Hilfe zu wissen, dass noch jemand da ist, der einspringen kann.


Hilfe annehmen

Was ich aber fast noch viel wichtiger finde, nehmt Hilfe an, wenn ihr sie angeboten bekommt. Seid ein Vorbild und zeigt, dass es keine Schande ist Hilfe anzunehmen. Ihr versagt nicht, wenn ihr euch helfen lasst, denn wir sind ja eigentlich nicht dazu gemacht unsere Kinder ganz alleine großzuziehen, da ist ja dieses Dorf 😉

Mitteinander

Vielleicht am Wichtigsten aber ist das Miteinander. Seid füreinander da. Verurteilt andere Eltern nicht, wenn sie mit einem oder mehreren weinenden Kindern dastehen. Schaut hin, was genau fehlt und was diese Menschen gerade brauchen. Reicht ihnen die Hand.

Nehmt euch zurück, wenn euch eine andere Mutter oder ein anderer Vater erzählt, wie erschöpft er oder sie ist, weil das Kind nicht gut schläft. Vergleicht nicht, sondern hört zu.

Fragt euch immer wieder, was ihr braucht, was euch glücklich machen würde und wie ihr von den umstehenden Personen behandelt werden wollt. Mir hilft das sehr einen viel klareren Blick zu bekommen.


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