Natürlich schwanger – Vorbereitungen fürs Baby

Werdende Eltern stellen sich schnell die Frage: Was genau brauchen wir für das Baby? Im Internet finden sich lange Listen mit Babys erster Ausstattung. Doch manchmal ist weniger oft mehr, denn es braucht tatsächlich nicht viel, um so ein kleines Menschlein in dieser Welt zu empfangen und die ersten Wochen artgerecht zu pflegen.

Das artgerecht Projekt hat eine Liste mit den wenigen wichtigen Dingen zusammengestellt und einige unserer Coach-Kolleginnen haben einen tollen Flyer dazu erstellt. Ihr findet ihn hier: Artgerechte_Erstausstattungsliste.

 

Erstausstattung fürs Baby

Auch ich bin beim ersten Kind in eine Art Kaufrausch verfallen, zumindest für meine Verhältnisse und so hatte die Tochter viel zu viele Klamotten. Viele von ihnen sahen zwar niedlich aus, waren aber unglaublich schwierig ans Kind zu bringen. Jetzt beim zweiten Kind sind wir da sehr entspannt und werden wohl als Erstausstattung nur sehr wenige Dinge kaufen. Einerseits haben wir noch viel, andererseits hat uns die erste Zeit mit der Tochter gezeigt, dass wir kaum was brauchten.

Doch was ist denn nun wichtig? Neben den Dingen, die auf dem Flyer als Erstausstattung für das Baby zu finden sind, fanden wir die folgenden Dinge noch wichtig:

  • Waschlappen zum säubern des Babypos oder des gesamten Kindes. Sie eignen sich auch super als Backup bei Windelfrei Babys
  • Kleine Ablagebehältnisse am Wickeltisch, dort können griffbereit aber auch außer Reichweite des Babys Dinge wie eine Nagelschere oder eine Bürste aufbewahrt werden.
  • Spiegel fürs Auto: Wir haben sehr schnell einen Spiegel gekauft, den wir an der Kopfstütze des Rücksitzes befestigten, damit wir die Tochter sehen konnten.
  • Wickeltasche: Wir nutzen sie heute noch, denn unser BLW-Kind isst auch heute oft noch so, dass mehr als ein Pulli oder Shirt am Tag notwendig ist. Außerdem wollen ggf. Ersatzwindeln oder Backups transportiert werden.
  • Ersatznahrung und eine stillfreundliche Zufüttermöglichkeit: Ich hatte gar keine Milch in der ersten Woche nach der Geburt, der Mann wäre wesentlich entspannter gewesen, wenn er nicht noch nach dem Heimkommen aus dem Krankenhaus zum örtlichen Drogeriemarkt hätte fahren müssen um die richtige Ersatznahrung zu bekommen. Zum stillfreundlichen Füttern des Babys bieten sich Löffel, kleine Becher (z.B. Medela Trinkbecher) oder einfache Spritzen an, die man in der Apotheke günstig bekommt.

 

Kinderwagen oder Trage/Tuch

Einen Kinderwagen zu kaufen kommt einem Autokauf gleich. Es muss die Farbe des Stoffes, des Gestells und teilweise der Felgen bestimmt werden. Außerdem gibt es unzählige Dinge, die noch dazugekauft werden können und von denen niemand weiß, ob sie jemals benötigt werden.

Und dann kommt bei einigen Eltern auch gleich die Frage auf: Ist so ein Kinderwagen überhaupt artgerecht? Ist das gut, wenn ich meinen kleinen Tragling in einen fahrenden Sarg (denn genau das war der erste Kinderwagen) lege, anstatt ihn am Körper zu tragen? Meiner Meinung nach sollte man hier nicht zu dogmatisch sein. Es muss mit Sicherheit nicht immer ein neuer Kinderwagen sein und auch nicht einer, der jeden Schnick und Schnack hat. Und jedes Kind ist anders. Mein kleines Brülläffchen zum Beispiel, das sonst nur mit Körperkontakt schlief, liebte es im Wagen an der frischen Luft gefahren zu werden und schlief dort oft länger und erholsamer, als wenn ich sie in der Trage getragen habe.

Trotzdem empfehle ich immer, eine Trage oder ein Tuch zu haben. Hier sollte in jedem Fall eine Trageberatung gemacht werden, um das richtige System zu finden. Häufig gibt es Trageberatungen sogar gratis bis zu einer bestimmten Zeitspanne in vielen Läden, die Tragen und Tücher verkaufen.

 

Erstausstattung für die Eltern

Auch hier gibt es einige Dinge, die wir der Liste des artgerecht Projekts hinzufügen wollen:

  • Lanolin Salbe oder ähnliches zur Pflege der Brustwarzen, denn viele Mütter haben zu Beginn mit wunden Brustwarzen zu kämpfen.
  • große Binden und Einlagen und dazu passende Unterhosen, sieht nicht schick aus, ist aber praktisch.
  • Ein kleiner Messbecher oder ähnliches, der auf der Toilette steht. Denn in den ersten Tagen kann das Wasserlassen sehr unangenehm sein, sollten Geburtsverletzungen entstanden sein. Mit warmem Wasser oder einer heilungsfördernden Lösung zu spülen ist für viele Frauen angenehm.
  • Ladekabel für Handy, Tablet oder eReader, denn am Anfang stillt so ein kleines Menschlein doch sehr oft und häufig auch sehr lange. Und seien wir ehrlich, irgendwann wird verliebtes anschauen langweilig und es ist nicht verwerflich beim Stillen das Handy, Tablet, den eReader oder ein gutes Buch in der Hand zu haben.
  • Essensvorräte, denn auch der Partner ist am Anfang froh, wenn er nicht sofort los muss um einzukaufen und zu kochen. Wir haben am Anfang zum Beispiel sehr viele Joghurts gegessen, denn diese mussten nur aus dem Kühlschrank geholt werden.

 

Zeit statt Zeug

Das steht so provokativ auf dem Flyer, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Denn Eltern brauchen nicht noch das hundertunderste Kuscheltier oder ein weiteres süßes Teil für den Kleiderschrank der kleinen. Eltern brauchen Menschen, die ihnen Zeit schenken, die ihnen ein Dorf sind. Und genau das fällt uns heute immer noch schwer, viele wollen sich auch gar nicht aufdrängen. Andererseits ist es uns peinlich die Schwiegermutter zu bitten die Spülmaschine auszuräumen oder andere Besuche zu bitten Müll zur Tonne zu tragen.

Doch es ist so wertvoll und hilfreich in den ersten Wochen, wenn uns jemand unter die Arme greift. Gerade dann, wenn das Baby eben kein Anfängerbaby ist und beide Eltern damit beschäftigt sind das Baby zu beruhigen und dessen Bedürfnisse zu stillen. Auch finde ich es absolut in Ordnung Besuch nur zuzulassen, wenn dieser etwas zu essen mitbringt. Was früher üblich war, hat sich in den letzten Jahren stark verloren. Dabei sind es die kleinen Dinge, die großes bewirken können.

 

Es braucht ein Dorf

Immer und immer wieder könnte ich dieses Sprichwort zitieren, denn es ist so wahr. Es braucht ein Dorf um ein Kind großzuziehen. Und oft nicht nur dafür, meiner Meinung nach. Umso wichtiger ist das Dorf gerade dann, wenn das Kind zur Welt gekommen ist. Der Flyer des artgerecht-Projektes zählt viele Menschen auf, die Teil dieses Dorfes sein können. Dabei müssen sie es nicht unbedingt aktiv sein, doch es ist eine große Hilfe, bereits die Telefonnummer einer Still- oder Trageberaterin im Handy abgespeichert zu haben und diese nur noch anrufen zu müssen.

Oft kommt heute so ein Dorf aber nicht mehr von alleine, deswegen möchten wir alle Eltern ermutigen Menschen, von denen sie wissen, dass sie wertvoll und hilfreich für sie sind, in ihr Dorf einzuladen und sie um Hilfe zu bitten. Oft möchten sich Menschen nicht aufdrängen, sind aber sehr glücklich, wenn sie mit einer gefühlten Kleinigkeit großes bewirken können.

 

Liebe, Nähe und Geborgenheit

Das wichtigeste aber, was Babys brauchen ist viel Liebe, Nähe und Geborgenheit. Sie sollten so gut es geht verwöhnt werden.

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