Schreibaby – Warum mir das Thema so wichtig ist und warum ich das Wort nicht mag

Das Thema Schreibaby liegt mir persönlich sehr am Herzen, denn die Tochter war fast die ersten fünf Monate eins. Seit dieser Zeit habe ich viel gelesen, mich mit anderen betroffenen Eltern ausgetauscht und immer wieder mit meiner Mama und meinem Papa gesprochen, die ähnliche Zeiten mit mir durchgestanden haben.

Im Vordergrund steht bei vielen betroffenen Eltern die Unsicherheit etwas zu tun, das dem Kind schadet, nicht genug zu sein und vielleicht der wahre Grund für das Schreien zu sein. Gerade wenn die Eltern artgerecht und bedürfnisorientiert mit dem Kind leben möchten, kommt schnell das Gefühl auf „zu blöd“ zu sein um die Bedürfnisse des eigenen Kindes zu erkennen.

Mit meinen Beiträgen zum Thema Schreibaby möchte ich allen betroffenen Eltern Mut machen und ihnen helfen, ihr Kind so anzunehmen wie es ist. Es ist eine Herausforderung mit einem Schreibaby zu leben, nicht zu verzweifeln und gleichzeitig gut für sich selbst zu sorgen.

Jedoch mag ich das Wort „Schreibaby“ nicht, es ist so negativ, auch wenn es genau das beschreibt, was das kleine Menschlein tut, es schreit. Doch dieses Wort hinterfragt nicht, warum das Baby schreit und ist schreien denn das richtige Wort?

Wenn ein Kind zur Welt kommt kann es nicht viel, vor allem ist es in seiner Kommunikation noch sehr eingeschränkt, auch wenn Säuglinge unglaublich viel und breit gefächert kommunizieren. Doch um auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen und vor allem zu zeigen, dass sie sehr dringend sind, schreien sie. Vielleicht ist es besser zu sagen, dass sie weinen oder ihre Stimme erheben. Bei den „normalen“ Säuglingen steigert sich dieses Weinen in der Regel und beginnt mit Unruhe und Wimmern. Viele Schreibabys dagegen starten gleich voll durch, von Null auf hundert.

Warum ein Schreibaby sich seiner Umgebung so lautstark mitteilt kann vielerlei Gründe haben und oft werden Eltern den wahren Grund nie erfahren. Früher hat man es sich einfach gemacht und von den berühmt-berüchtigten Drei-Monats-Koliken gesprochen. Zum Glück wurde heute erkannt, dass das nicht der einzige Grund ist und nicht jedes Kind, dass viel schreit darunter leidet.

Was auch immer der Grund ist, diese Kinder haben es nicht verdient in eine Schublade gesteckt zu werden, denn genau das tut das Wort „Schreibaby“ für mich. Auf dieser Schublade steht: Dieses Kind ist laut und nie zufrieden. Und das ist traurig, denn diese Kinder sind laut, weil sie uns so dringend brauchen. Einige brauchen vielleicht vor allem ganz viel Nähe, andere wiederum vielleicht grade nicht. Dann gibt es die Kinder, die sich bei der Geburt verletzt haben, die gewisse Behandlungen brauchen oder die eine Krankheit haben. Und dann gibt es da die Kinder wie meine Tochter, die eben einfach ihre Unzufriedenheit rauslassen müssen.

 


Clara

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